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Protokoll Mitgliederversammlung

 

 

Protokoll der Mitgliederversammlung Freundeskreis Raphaelshaus

am 15. September 2020

 

Anwesend:    Annelie Kauth, Ekkehard Seegers, Herbert Krosch, Chris Stoffels, Marco Gillrath, Rainer Hilgers, Hans-Bernd Schmitz, Herbert Kuth, Petra Seegers, Dr. Marion Esser

 

Beginn: 19.00 Uhr

Ende: 20:00 Uhr

 

Tagesordnung

 

TOP 1             Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

 

Ekkehard Seegers begrüßt die anwesenden Mitglieder und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Die Einladung zur Mitgliederversammlung ist fristgerecht erfolgt, Anträge der Mitglieder sind nicht eingegangen. Das Protokoll der vorigen Mitgliederversammlung wurde angenommen. Er begrüßt Herbert Kuth als neues Mitglied

 

Ekkehard Seegers informiert die Mitglieder über den Tod unseres Mitglieds Rudi Kauth. Er spricht sein Beileid aus und die Mitglieder erheben sich zu einer Gedenkminute.

                       

Ekkehard Seegers beglückwünscht Bürgermeister Erik Lierenfeld (in Abwesenheit) zu seiner Wiederwahl.

 

TOP 2             Bericht des 1. Vorsitzenden

 

Ekkehard Seegers berichtet über das vorherige Geschäftsjahr und hebt gemeinsam mit Marco Gillrath dabei folgende Projekte hervor.

 

-        Personal-Recruiting
Das RH hat in Zusammenarbeit mit dem Experten Johannes Thönnessen die Bewerbungsprozesse optimiert. Zusammen mit der Leitungscrew wurde ausgearbeitet, wie man die passenden Mitarbeiter in den diversen Internet-Portalen identifiziert. Finanziert wurde das Projekt mit einer Dauer von ca. 6 Monaten vom FK RH.

-        Corona-Pandemie

Unterstützt vom Freundeskreis hat M. Gillrath mit Politikern unterschiedlicher Ebenen (H. Troles, E. Lierenfeld, etc.) kommuniziert und ihnen die Schwierigkeiten erläutert, die das RH während der Corona-Krise zu bewältigen hatte und hat. Die Einrichtung fühlte sich vergessen und „alleine gelassen“ von den politisch Verantwortlichen während der Lock-Down-Phase. Zusätzlich wurden die jugendpolitischen Sprecher der im Landtag vertretenen Parteien angeschrieben. Es kam zu Kontakten mit Herrn Jörg und Herrn Dr. Maelzer.

 

-        Bunkerprojekt
Der Eröffnungstermin am 08.05.2020 musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.  

 

-        Die Rolle des Freundeskreises ist neu definiert worden: Er versteht sich als Servicecenter für die Leitungscrew des RH, wird im Wesentlichen auf Anfrage aktiv, bringt aber auch aktiv Vorschläge ein. Dazu gibt es regelmäßige Treffen des FK-Vorstands mit der Einrichtungsleitung.

 

-        Beim Stadtradeln war der FK – als Teil der Mannschaft des Raphaelshauses - unter den TOP 10. Das ist sehr beachtlich, wenn man bedenkt, dass das Team des Freundeskreises dieses Jahr aus nur 2 Teilnehmern bestand. Ekkehard Seegers sieht hier für kommendes Jahr noch „Luft nach oben“.

 

-        Der Fachartikel über die Arbeit des Freundeskreises aus der Feder von Chris Stoffels ist abgeschlossen. Er wird zeitnah an die Mitglieder verschickt. Desweitern soll er diversen Fachpublikationen zum Abdruck angeboten werden.

 

TOP    3          Bericht des Geschäftsführers und des Kassierers

 

Die Teilnehmerzahl des Freundeskreises ist in der Corona-Krise konstant

bei 27 geblieben.

 

Kassenstand per 01.01.2019                     3.095,50 €

Einnahmen gesamt       7.648,06 €
Ausgaben gesamt         6.802,04 €

Kassenbestand per 31.12.2019                 3.941,52 €

 

TOP 4             Bericht des Kassenprüfers Rainer Hilgers

Alle Unterlagen sind den Kassenprüfern vollständig und pünktlich zur Prüfung vorgelegt worden. Alle Unterlagen waren vorbildlich. Der Antrag auf Entlastung des Vorstandes wurde von Rainer Hilgers gestellt.

Es wurde vorgeschlagen, Rainer Hilgers und Heinz Mölder als Kassenprüfer neu zu wählen. Beide haben ihr Einverständnis erklärt (Herr Mölder schriftlich im Voraus). Beide wurden bei einer Enthaltung wiedergewählt.

TOP 5             Aussprache über die Berichte

                        Es gab keine Wortmeldungen und somit keine Aussprache zu den Berichten.

TOP 6             Entlastung des Vorstandes

Auf Antrag des Kassenprüfgers Rainer Hilgers wird der Vorstand einstimmig, bei Enthaltung der Vorstandsmitglieder, entlastet.

 

TOP 7             Bericht aus dem Raphaelshaus

M. Gillrath spricht über das Leben der Bewohner des RH während der Corona-Pandemie. Wie bereits berichtet, war und ist diese Pandemie speziell für Jugendhilfeeinrichtungen eine große Herausforderung. Die Kinder und Jugendlichen durften nicht nach Hause fahren und durften sich auch nur in der eigenen Gruppe bewegen. Es gab keine „Durchmischung“ mit anderen Gruppen. Das war auch für die Betreuer eine schwierige Zeit, da sie teilweise 14 Tage (speziell während des Lock-Downs im März/April) quasi „eingeschlossen“ waren, um eine mögliche Infektionsgefahr zu gering wie möglich zu halten. Dennoch hat es Beschwerden von Mitmenschen gegeben, die eine Gruppe aus dem RH am Rhein gesehen haben, in einer Zeit, da man sich nur zu zweit treffen durfte. Das hat M. Gillrath zum Anlass genommen, im Gespräch mit Carina Wernig (NGZ) die Zusammenhänge zu erklären. Die anschließende Veröffentlichung schaffte Klarheit.

Da auch die Schule geschlossen war, hatten sich die Lehrer spontan bereit erklärt in den Gruppen auszuhelfen. Das hat auch gut geklappt.

Während der zurück liegenden Monate wurden aufgrund der Corona-Krise fast alle Investitionen heruntergefahren. Teilweise konnten keine Neuaufnahmen getätigt werden, weil die Jugendämter nur eingeschränkt gearbeitet haben. Dem zu Folge gab es zwischen Oster- und Sommerferien einige frei Plätze in den Gruppen.

Jetzt läuft aber das Projekt für den Neubau einer bestehenden Gruppe auf dem Gelände des RH wieder an.

M. Gillrath berichtet ebenfalls, dass das RH noch enger mit der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz der St. Augustinusgruppe zusammen-arbeitet, um verhaltensauffällige Kinder besser behandeln zu können.

            TOP 8             Beteiligung am Bunkerprojekt

M. Gillrath informiert, dass an der Gestaltung der 4 Räume des inzwischen umgebauten Bunkers auch Flüchtlingskinder beteiligt waren. Die Produktion des Begleitbuches und der Broschüre für das Bunkerprojekt wird aus dem Budget des Freundeskreises mit 4.500 Euro sowie mit einer Privatspende aus den Reihen der Mitglieder in Höhe von 3.000 Euro unterstützt. Beide Publikationen werden spätestens zur Eröffnung in gedruckter Form vorliegen.  

Als Mitglieder-Event, ist eine Bunkerführung für die Mitglieder des Freundeskreises vor der offiziellen Eröffnung geplant, sobald das aus Pandemiegründen wieder vertretbar ist.

TOP 9             Anträge der Mitglieder

                        Es sind keine Anträge eingegangen

 

Für das Protokoll, 21.09.2020       Petra Seegers


Know-How & Netzwerke

Jugendhilfezentren wie das Raphaelshaus leisten wichtige Arbeit für die Gesellschaft, haben aber zum Teil keine ausreichende Lobby. Hier setzt der 2014 gegründete „Freundeskreis Raphaelshaus e.V.“ an. 

 

Wir sind überzeugte „Fans“ des Raphaelshauses, Freunde eben. Mit unserem Knowhow und unseren Netzwerken wollen wir die Einrichtung ideell fördern und unterstützen. Eines unserer Ziele ist, die Kontakte zwischen dem Raphaelshaus und der Nachbarschaft im weitesten Sinne zu vertiefen. Daher führen wir Gespräche mit Bürgern sowie mit politischen und gesellschaftlichen Multiplikatoren über die Arbeit der Einrichtung. 

 

Unser Engagement umfasst zudem auch ganz konkrete Maßnahmen: So haben wir mit der Leitungscrew des Hauses ein professionelles Medientraining veranstaltet, haben gemeinsam mit der Sparkasse Neuss ein Taschengeldtraining für Jugendliche organisiert und beteiligen uns an Kulturveranstaltungen der Einrichtung, um nur einige Beispiele zu nennen. 

 

In diesem Sinne freuen wir uns darauf, die Arbeit des Raphaelshauses auch in Zukunft zu begleiten und im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv zu unterstützen, wie Freunde eben. 

Gründung des Freundeskreises Raphaelshaus

Im Jahr 2014 sah sich das Jugendhilfezentrum Raphaelshaus plötzlich mit negativen Schlagzeilen konfrontiert.

Ein einzelner Erzieher hatte klar die Grenzen seiner beruflichen Aufgabe überschritten und war mit einigen Jugendlichen im Düsseldorfer Rotlicht-Milieu unterwegs gewesen. Dabei handelte sich es um jugendliche Straftäter, die im Rahmen eines Modellprojekts in der offenen Erziehungshilfe anstatt im geschlossenen Strafvollzug untergebracht waren.

Es entbrannte eine politische Debatte, das Düsseldorfer Justizministerium brach den Modellversuch ab, die Einrichtung geriet in die Schusslinie von weiten Teilen der Presse und der Politik.

Das wollten einige Dormagener Bürger nicht akzeptieren. Ihr Initiator, Journalist und Schriftsteller Chris Stoffels: „Wir wollen deutlich machen, dass hier ein einzelner Mitarbeiter gegen seine Pflichten verstoßen hat, dass aber abgesehen davon für etwa 240 Kinder und Jugendliche wertvolle Hilfe geleistet wird, um sie auf ein verantwortungsvolles und erfüllendes Leben vorzubereiten.“

Auch die circa 240 Mitarbeiter fühlten sich in ihrer Arbeit abgewertet. So sollte und wollte der Freundeskreis der Leitung des Hauses und den Mitarbeitern den Rücken stärken, über die Ziele und Methoden der Erziehungsarbeit des Hauses informieren und gleichzeitig flankierend unterstützen, ohne in die direkte Erziehungsarbeit einzugreifen.

Beispiele: Politikerbesuche im Landtag, Workshop Krisenkommunikation, Sponsoring eines Konzertes. Die Idee fruchtete, insbesondere persönliche Freunde des Hauses wurden Mitglieder. Der Verein wurde im Amtsgericht Neuss eingetragen, die Gemeinnützigkeit bestätigt, Chris Stoffels erster Vorsitzender.